Freie Software

Wer ist die Zielgruppe dieses Artikels?
Ich richte mich hier hauptsächlich an (auch unerfahrenere) Windows Benutzer. Ich stelle Freie Software (für Windows) für alle alltäglichen Dinge vor. Dabei beschränke ich mich auf die populärsten Programme, die Liste soll nicht so ausführlich werden, wie die OpenSource-DVD, aber auch kein alltägliches Anwendungsgebiet auslassen.
Damit will ich einerseits zeigen, dass es auch qualitativ hochwertige, kostenlose Alternativen zu den oft teuren, komerziellen Programmen gibt, andererseits will ich dem Leser auch den Grundgedanken der offenen, freien Kultur näher bringen, die sich in den letzten Jahren im Internet entwickelt hat.


Direkt zur Software:
Internet
Multimedia
Büro Software
Content (Spiele, Musik, Bücher, Grafiken, ...)
Fortgeschrittenes
Sicherheits-Software


Was ist freie Software?
Zuerst will ich kurz ansprechen, dass das Wort "frei" bei "Freier Software" nicht den Preis meint (obwohl sie auch kostenlos ist), sondern die Freiheit, die diese Software dem Anwender gewährt. 1985 gründete der exzentrische Richard M. Stallman (auch bekannt als RMS) die Free Software Foundation (FSF). Die FSF entwickelte die Lizenzen General Public License (GPL) und die Lesser General Public License (LGPL), unter denen die meiste "freie" Software lizenziert ist. Die FSF selbst sagt, dass Software "frei" ist, wenn sie die folgenden 4 Freiheiten (vgl. Wikipedia) gewährt:
  • Das Programm zu jedem Zweck auszuführen
  • Das Programm zu studieren und zu verändern
  • Das Programm zu verbreiten
  • Das veränderte Programm zu verbreiten
(Um Freiheit 2 und 4 zu gewähren müssen die Quellcodes freier Software öffentlich zugänglich sein) Aber die Programme, die unter der GPL oder LGPL stehen, gewähren nicht nur dem Anwender diese Freiheiten, sie verbieten auch anderen Entwicklern, die offenen Quellcodes zu "stehlen" - wer einen freien Quellcode in eigenen Programmen verwendet, darf ihn dabei nicht der Freiheit berauben (das Prinzip nennt man Copyleft). Quellcodes unter der GPL dürfen nur in Software verwendet werden, die auch unter der GPL oder einer kompatiblen Lizenz steht. Quellcodes unter der LGPL dürfen zwar auch in Programmen benutzt werden, die nicht unter einer LGPL kompatiblen Lizenz stehen, aber dafür müssen alle Änderungen an den Programmteilen, die unter der LGPL stehen, veröffentlicht werden.

Wie entsteht freie Software?
Es gibt drei Sorten von Entwicklern freier Software:
  1. Die Einen sind unzufrieden mit existierender Software oder finden existierende Software zu teuer. Es gibt auch Hardliner, die grundsätzlich keine proprietäre Software einsetzen - die veröffentlichen ihre Programme meistens unter der GPL.
  2. Firmen, die größtenteils auch komerzielle Programme anbieten - für diese ist es z.B. interessant, Quellcodes (die i.d.R. sehr ausgereift sind) verwenden zu können, die unter der LGPL Lizenziert sind. Sie können diese Programmteile in ihren komerziellen Programmen verwenden und der einzige Preis, den sie dafür zahlen müssen ist, dass sie ihre Weiterentwicklungen der freien Programmteile öffentlich zugänglich machen müssen.
  3. Viele Lehrstühle veröffentlichen ihre Entwicklungen als freie Software. Nun wird natürlich der ein oder andere Leser an diverse Vorurteile über Akademiker denken, aber in den meisten Fällen sind die Entwicklungen an Lehrstühlen "state-of-the-art" also die besten (schnellsten, effizientesten) Programme, die es auf ihrem Gebiet gibt - ok, die Entwicklungen von Lehrstühlen sind oft nicht sehr benutzerfreundlich, aber da sie frei sind, werden sie von anderen Entwicklern in benutzerfreundlicherer, freier Software eingebaut.
Es ist auch so, dass komerzielle Programme oft irgendwann unter die GPL gestellt werden, wenn die Firma dahinter die Entwicklung einstellt, (weil die Software sich nicht mehr verkauft, weil die Firma pleite ist o.Ä.) - an solchen Programmen arbeiten Entwickler freier Software besonders gerne, weil sie i.d.R. eine gute Ausgangsbasis sind. Bekannte Beispiele sind der Mozilla Firefox, der auf dem Netscape Navigator basiert oder OpenOffice.org, das auf Sun StarOffice basiert - man sollte aber nicht den Eindruck bekommen, dass freie Software nur "tote" komerzielle Software wäre - Das beste Beispiel, wo es umgekehrt ist, ist Windows, welches den TCP/IP Stack von FreeBSD benutzt (dieser steht unter einer freien Lizenz, die nicht das Copyleft Prinzip beinhaltet, daher ist dies legal).

Warum funktioniert das freie Software Modell so gut?
Wie im vorherigen Abschnitt angesprochen wird freie Software häufig von vielen Firmen gleichzeitig entwickelt - im Grunde arbeiten hier die Firmen zusammen und alle profitieren von der Kooperation, weil nicht jede Firma jeden Programmteil selbst entwickeln muss, sondern auf die Entwicklungen anderer Entwickler zurückgreifen kann.
  • Die Firmen kriegen Quellcodes, die i.d.R. sehr ausgereift sind (selbst wenn die mal nicht so gut sind - die Firmen müssen zumindest nicht bei Null anfangen)
  • Die Entwickler aus Überzeugung kriegen Unterstützung von Firmen, anderen Entwicklern und Fehlerberichte von Anwendern
  • Die Benutzer kriegen gute, kostenlose Software
Alle profitieren. Die einzigen, die einen Schaden haben sind Firmen, die Konkurrenzprodukte mit schlechterem Preis/Leisungs Verhältnis anbieten. (Die jammern natürlich rum, drohen mit Patenten, erzeugen künstliche lock-in Effekte für ihre Kunden, verbreiten Lügenmärchen - auch FUD genannt - über die Qualität der freien Software, etc. - Ich habe eine Seite geschrieben, auf der ich einige verbreitetere dieser Lügenmärchen richtig stelle)


Nun aber genug zu den philosophischen Grundgedanken - kommen wir zur Software:



Internet

Webbrowser:
Mozilla Firefox
Der MS Internet Explorer hat zwar inzwischen (11 Jahre nach der Konkurrenz) auch tabbed Browsing und eine Suchleiste, aber was Firefox so gut macht sind die Add-Ons, die äusserst zahlreich und unglaublich einfach zu installieren sind (und die sich selbst updaten). Die Add-Ons, ohne die ich persönlich nicht mehr surfen wollen würde, sind:
    • Adblock + Adblock Filterset.G Updater
      Nachdem ich monatelang keinen anderen Browser als Firefox mit diesem Plugin benutzt hatte, war ich schockiert, als ich bei einem Freund mal wieder das Internet im MS Internet Explorer gesehen habe - so viel, so aufdringliche Werbung! Ich bin es gar nicht mehr gewöhnt, überhaupt Werbung im Internet zu sehen...
    • NoScript
      Mit diesem Plugin lässt sich sehr einfach eine Whitelist erstellen - nur Webseiten auf dieser Liste dürfen noch JavaScripts, Java, Flash und "sonstige" Scripte ausführen. Dies unterbindet einerseits weitere Werbung, ist andererseits aber auch ein Sicherheits-Feature, da es vor jeglichen Scripting Attacken schützt, die neu entdeckte Schwachstellen angreifen (und es ist wirklich einfach, diese Liste zu erstellen)
    • Cookie Button bzw Cookie Button in the status bar
      Mit diesem Plugin lässt sich genauso leicht eine Whitelist erstellen für Webseiten, die Cookies setzen dürfen, wie mit NoScript für Seiten die Scripte ausführen dürfen. Firefox kann das zwar auch nativ, aber eher umständlich... Cookies allgemein zu erlauben ist ein Sicherheitsrisiko.
    • DownThemAll
      Ich hatte mal einen Browser geschrieben, der das Downloaden von vielen Dateien so einfach machte, wie ich es mir nur vorstellen konnte... als ich dieses Firefox Plugin gefunden habe, habe ich meinen Browser gelöscht, weil es mit diesem Plugin VIEL einfacher geht.
    • Tab Mix Plus
      Dieses Plugin bietet sehr viele Optionen um das Tabbed Browsing an seine Vorstellungen anzupassen (z.B. wann welche Seiten in neuen Tabs oder neuen Fenstern geladen werden - ich habe auf jedem Tab einen Fortschrittsbalken, der anzeigt, wie weit welche Seite schon geladen ist)
    • MIME Edit
      Eigentlich wundert es mich, dass dieses Feature nicht standardmäßig im Firefox integriert ist - damit kann man einstellen, wie bei Klicks auf Links zu diversen Dateitypen reagiert wird (z.B. .zip Dateien ohne Nachfrage herunter laden, .torrent Dateien runterladen und ausführen)

eMail Verwalter: Mozilla Thunderbird
Ungefähr so komfortabel (ähnlich zu bedienen) wie MS Outlook Express, aber etwas stabiler und läuft flüssiger und schneller. Ausserdem gibt es auch für Thunderbird Plugins, z.B. Quote Colors zur grafischen Aufbereitung von Diskussionsverläufen oder ThunderBayes und Spamato4Thunderbird Künstliche Intelligenzen, die lernen, was Spam ist und nach einigem "Training" Spam automatisch entfernen.

Instant Messenger: Miranda
Ich war ungeheuer froh, als ich endlich einen alternativen Client für ICQ gefunden hatte - die verdammte Ad- und BloatWare, der ICQ client von Mirabilis, wurde mir immer unerträglicher und Miranda unterstützt auch noch parallel alle anderen gängigen Instant Messenger Protokolle (Yahoo Messenger, AOL AIM, MSN, Jabber,...) und ist dabei schlank und schnell.
Peer-to-Peer Netzwerk: eMule
Peer-to-Peer Software (FileSharing, P2P) ist nicht illegal! Ich downloade darüber z.B. (DRM geschützte) Videos von OnlineTVRecorder.com, Linux Distributionen und z.T. Videos unter freien Lizenzen o.Ä. und zwar legal! eMule ist ein Client für das p2p Netzwerk eDonkey, welches sehr viele Teilnehmer hat - allerdings sollte man dort mit den Downloads vorsichtig sein - die obersten paar Ergebnisse sind meistens Viren, die sich über das eDonkey Netz verbreiten...
Peer-to-Peer Netzwerk: BitTorrent
Ein Client für das ebenfalls sehr große Peer-to-Peer Netzwerk "BitTorrent".


Multimedia

Multimedia Player: MPlayer + Frontend MPUI
MPlayer ist meiner Meinung nach mit gewaltigem Abstand der beste Medien Player der Welt - er beherrscht unzählige Dateiformate und ist dabei extrem schnell - kaum dass man eine Datei doppelt angeklickt hat, läuft sie schon (was bei den meisten anderen Playern mehrere Sekunden dauert) und zu anderen Stellen in der Datei zu springen geht praktisch unmittelbar (was bei den meisten anderen Playern auch mehrere Sekunden dauert). Dabei ist MPlayer auch noch deutlich stabiler als z.B. der Windows Media Player oder WinAmp.
Grafikbearbeitung: GIMP
Über GIMP wird viel gestritten - auch ich bin der Meinung, dass Photoshop besser als GIMP ist, aber dafür kostet Photoshop auch 1000€, GIMP ist dagegen kostenlos und so viel besser ist Photoshop auch nicht (zumindest für fortgeschrittene Laien wie mich reicht GIMP einfach)
3D Modellierung: Blender
Blender ist nicht sehr Einsteigerfreundlich, denn das Benutzerinterface ist anderen Programmen sehr unähnlich, aber es ist schnell zu lernen (hier ist eine gute Anleitung auf englisch und hier ist eine englische Video-Anleitung). Blender ist heute nahezu der Industriestandard in der Profi Branche.
Soundbearbeitung: Audacity
Ich bearbeite fast nie Sounddateien - Audacity habe ich ehrlich gesagt nur mal etwas getestet (fand es allerdings sehr intuitiv) aber ich kenne einige Menschen, die öfter Sounds bearbeiten und Audacity sehr gut dafür finden.
Videobearbeitung: VirtualDub
Vieles fällt unter den Begriff "Videobearbeitung" - Schnitt, DVD Authoring, Brenner Software etc. Guckt einfach mal hier. VirtualDub ist für Schnitt und Transcodieren (in andere Dateiformate übersetzen)


Büro Software

Office Paket: OpenOffice.org
Warum 550€ zahlen für ein Office Paket, das kaum mehr kann, als diese kostenlose Software? Ok, in OpenOffice.org laufen Powerpoint Präsentationen recht langsam und das Scripting ist (noch) nicht zu MS Office kompatibel (daran wird aber gearbeitet), aber gerade MS Office Benutzern kommt OpenOffice entgegen - es kann die Dateiformate von MS Office laden und die Benutzeroberfläche ist MS Office bis Version XP recht ähnlich - viele Profis sagen, dass der Umstieg von MS Office 2000, MS Office XP etc auf OpenOffice leichter ist als der Umstieg auf MS Office 2007.

Microsoft hat übrigens wegen OpenOffice den MS Office Preis für Privatanwender gesenkt - ihnen schwimmen die Felle weg, weil so viele Menschen (und ganze Firmen) auf OpenOffice umsteigen...

Enzyklopädie: Wikipedia
Die umfassendste und akkurateste Enzyklopädie der Welt - sie ist nicht nur kostenlos, sondern es kann auch jeder mitmachen! - Jeder kann neue Artikel verfassen oder existierende Artikel verändern / erweitern (wobei größere Änderungen erst auf den Diskussionsseiten vorgeschlagen werden sollten - jeder Beitrag kann leicht rückgängig gemacht werden, wodurch Vandalismus - zumindest fast - unmöglich wird).



Content (Spiele, Musik, Bücher, Grafiken...)

Ego-Shooter: Nexuiz
Ein Open Source Ballerspiel, das auf der Quake 1 Engine basiert - ok, ich habe schon Engines gesehen, die bessere Grafik aus der Hardware herausholen, aber trotzdem macht das Gameplay Laune (das ist mit Quake 3 vergleichbar).
Ego-Shooter: Warsow
Warsow ist auch ein Ballerspiel, welches z.T. interessante Bewegungs Manöver ermöglicht. Die Grafik ist im Manga Stil - das ist nicht ganz mein Geschmack, aber trotzdem ein Spiel, das einen Blick wert ist.
Ego-Shooter: Open Arena
Dieses Spiel orientiert sich sehr stark an Quake 3. Ist ganz nett, aber kein Muss (vor allem, wenn man Quake 3 hat)
Ego-Shooter: Tremulous
Tremulous ist (anders als die anderen Shooter in dieser Liste) sehr Taktik-orientiert, es ist fast schon ein Strategiespiel.
Ego-Shooter: Alien Arena
Ich habe sehr positive Reviews von diesem Spiel gelesen, habe es aber bisher nicht selbst ausprobiert.
Flug-Simulator: FlightGear
Auto-Rennspiel: Torcs
Auto-Rennspiel: VDrift
Strategiespiel: The Battle for Wesnoth
Schach-Spiel: Jose

Musik:
Neben Open Source Software ist Creative Commons Musik einer der Sektoren mit dem größten Zuwachs in der "freien" Welt. Die meisten Creative Commons Lizenzmodelle sind der GPL recht ähnlich, sie gewähren in aller Regel das kostenlose Herunterladen und Anhören. Ich habe die folgenden Webseiten aus einer riesigen Menge ausgewählt, es sind durchweg Seiten mit einem sehr großen Angebot an freier Musik: GarageBand.comJamendo.comStage.fmMagnaTune.com, SoundClick.com, MyOwnMusic.de

Sound-Clips: The Freesound Project
Hier gibt es nur Töne, keine Musik, aber The Freesound Project hat ein Schwester-Projekt ccMixter, bei dem freie SoundClips zu freier Musik gemixt werden können (man kann die Mixe der Anderen Teilnehmer anhören, runterladen, weitergeben oder selbst Mixe erstellen oder verändern etc.)
Bücher: Wikibooks

Clip-Arts (Grafiken): OpenClipArt.org
Fonts (Schriftarten): OpenFontLibrary.org


Fortgeschrittenes

Grafische Programmierumgebung: wxDev-C++
Unter Linux benutze ich Qt - das existiert zwar angeblich auch für Windows, aber das habe ich auf der Webseite nicht gefunden - Qt ist auch eh nicht wirklich freie Software, deshalb habe ich wxDev-C++ für Windows rausgesucht - keine Ahnung, wie gut das ist *g*

Betriebssystem: Gnu+Linux
Über Gnu+Linux habe ich eine eigene Seite geschrieben. Darüber kann man viel erzählen und es wird viel Mist darüber verbreitet - letztlich kann ich nur empfehlen, sich eine eigene, Meinung zu bilden (wobei man es 2-3 Tage lang benutzen sollte, um auch einen objektiven Eindruck zu bekommen und es nicht zu verdammen, bloß weil es ungewohnt ist). Man kann Linux mit LiveCDs ohne eine Änderung an seinem System (also völlig gefahrlos) ausprobieren oder hier ein Video von Linux in Aktion gucken. für Einsteiger empfehle ich Kubuntu oder PCLinuxOS

Betriebssystem: BSD (Berkeley Software Distribution)
BSD Systeme sind wie Gnu+Linux und MacOS-X sog. "Unix-ähnliche Systeme", ich habe sie aus fairness hier mit aufgenommen, obwohl ich bisher kein BSD benutzt habe. Mac OS-X ist übrigens ein aufgekauftes, proprietäres BSD.


Sicherheits-Software

Sicherheits-Software ist heutzutage sehr wichtig, nicht nur gegen sog. "Hacker", sondern auch gegen staatliche Willkür, wie das Video "Sie haben das Recht zu schweigen" (ein Vortrag eines Anwalts über Hausdurchsuchungen etc.) zeigt.

Virenscanner: AVG Free
Für Windows kenne ich keine freien Virenscanner, da aber Virenschutz so wichtig ist, gebe ich hier mal einen Virenscanner an, der wenigstens für Privatanwender kostenlos ist. (für Linux gibt es ClamAV - Virenscanner unter Linux suchen hauptsächlich Windows Viren - z.B. für eMail Server, da es praktisch keine Linux Viren gibt)

Firewall: iSafer
Firewalls sind heute einfach unverzichtbar (nurnoch DAUs gehen ohne Firewall ins Internet) - ok, diverse Router haben heute eingebaute Firewalls - in dem Fall kann man darauf verzichten. iSafer ist eine Open Source Firewall für Windows (praktisch jede Linux Distribution bringt shorewall o.ä. mit, die im Gegensatz zur Firewall, die bei Windows dabei ist, kein Schrott ist)

Anonymisierung: Tor
Der Netzwerk Traffic geht nicht mehr direkt zum aufgerufen Server, sondern zwischen Anonymisierungsservern hin und her und ein "Tor-Exit-Node" besorgt dann die Daten vom Zielserver und schickt sie zurück - dadurch erscheint nicht die eigene IP in den Log-Dateien der Server und ist praktisch auch nicht durch Auswerten von Logs der Tor-Server zurückverfolgbar  (dafür werden die Verbindungen aber auch viel langsamer...) - ausserdem ist die Übertragung zwischen den Tor Servern SSL verschlüsselt. 

Festplatten Verschlüsselung: TrueCrypt (oder cryptsetup für Linux)
Seine Festplatte zu verschlüsseln halte ich inzwischen für unverzichtbar. Es geht nicht darum, irgendwelche illegalen Dinge zu verstecken, sondern ums Prinzip. Die Justiz wird immer willkürlicher dabei, Leute auszuwählen, deren Wohnungen und Festplatten durchsucht werden. Die Festplatte ist meiner Meinung nach Teil der Privatsphäre und da lasse ich Andere genausowenig drin rum schnüffeln, wie in einem Tagebuch (wenn ich eins hätte) - übrigens wenn man ein vernünftiges Passwort wählt, kriegt die Polizei das in Jahrhunderten nicht geknackt (Anmerkung für Experten: die Suche nach den Schlüsseln einer AES Verschlüsselung ist NP-Vollständig) und man ist auch nicht verpflichtet, sein Passwort zu nennen (auch wenn die Polizei das gerne mal fälschlich behauptet um Verdächtige einzuschüchtern - das fällt unter das Recht, zu schweigen).

Instant Messaging: Jabber
Jabber hat gegenüber den meisten anderen Instant Messengern (ICQ, AIM, Yahoo Messenger, MSN) den Vorteil, dass es eine SSL Verschlüsselte Verbindung ermöglicht. (Ausserdem müllt es einen nicht mit Werbung voll und erlaubt die Benutzung anderer Clients - genau genommen darf man nämlich z.B. ICQ, AIM, MSN und Yahoo nicht mit anderen Clients wie Miranda oder Trillian benutzen)

eMail Provider: z.B. Gmx
Es gibt unzählige eMail Provider - ich erwähne hier gmx, weil es kostenlos ist und man die Nachrichten SSL verschlüsselt übertragen und abholen kann und ich gmx seit ewigkeiten benutze (keine Ahnung, welche anderen eMail Provider auch SSL unterstützen)

Peer-To-Peer Netzwerk: GnuNet
Ich benutze Peer-to-Peer Netzwerke eh kaum, daher ist GnuNet nicht so interessant für mich - ich erwähne es hier trotzdem mal, weil es anonymisiert ist (funktioniert so ähnlich wie Tor)